Allgemeines

Flugzeugführer (das gilt gleichermaßen für Privat-Flzf wie für Berufs-Flzf), können eine gültige Lizenz nur erwerben oder erhalten, wenn sie sich in regelmäßigen Abständen einer Tauglichkeitsuntersuchung bei einem dafür zugelassenen Fliegerarzt unterziehen. Bei dieser Untersuchung hat sich der Fliegerarzt an die Tauglichkeitsrichtlinien JAR-FCL 3 zu halten. Diese Richtlinien regeln Art und Umfang der medizinischen Untersuchung, die Tauglichkeitskriterien sowie die geforderten Untersuchungsintervalle.

 Der Umfang der Untersuchung und die Anforderungen an die Fliegertauglichkeit richten sich sich nach der Art der Erlaubnis (Klasse 1 oder 2), für die das Tauglichkeitszeugnis beantragt wird.


Bei einem bis dato gesunden Menschen besteht in den meisten Fällen "Tauglichkeit zum Führen eines Luftfahrzeugs". Der Fliegerarzt stellt dann ein Tauglichkeitszeugnis für die jeweilige Klasse aus. In allen Fällen, in denen der Fliegerarzt zu dem Urteil gelangt, daß keine Tauglichkeit zum Führen eines Luftfahrzeuges vorliegt, erfolgt eine Meldung an die zuständige Erlaubnisbehörde und an das LBA ohne Nennung von medizinischen Befunden. Der Fliegerarzt unterliegt auch hier - wie bei jeder ärztlichen Tätigkeit - der ärztlichen Schweigepflicht.


Die gesetzlichen Richtlinien definieren zum Teil eindeutige Erkrankungen oder Befunde, die automatisch zur Untauglichkeit führen (kein Ermessensspielraum des Fliegerarztes). Daneben existiert für eine große Anzahl von Erkrankungen und Befunden eine solche starre Festlegung nicht; hier hat der Fliegerarzt einen Ermessenspielraum der individuellen Entscheidung.


Die Verweigerung eines medizinischen Tauglichkeitszeugnisses zum Führen eines Luftfahrzeuges durch den Fliegerarzt ist nicht zwangsläufig als endgültiges Urteil zu verstehen. In allen Fällen, in denen der Fliegerarzt als "untauglich" befundet, kann der Bewerber eine Überprüfung der fliegerärztlichen Entscheidung durch die zuständige Stelle (bei klasse 1 immer das LBA, bei Klasse 2 in der Regel die Länderbehörde) beantragen. Es kann dann in einer Einzelfallentscheidung, für die immer eine kostenpflichtige Begutachtung erforderlich ist, die Tauglichkeit (evtl. mit Auflagen)  ausgesprochen werden.

 

Durch meine Zulassung als Fliegerarzt Klasse 1 bin ich berechtigt, eine solche Begutachtung im Rahmen einer Einzelfallentscheidung durchzuführen.