Neuraltherapie nach Hunecke

Bei der Neuraltherapie nach Huneke werden Lokalanästhetika zur Diagnostik und Therapie einsetzt, die in der Medizin als Lokalanästhesie (örtliche Betäubung durch Blockierung von Nervenbahnen) angewandt werden.

Wirkort der Neuraltherapie nach Huneke ist das autonome Nervensystem (Jänig W. The integrative action of the autonomic nervous system. Neurobiology of Homeostasis. Cambridge University Press. 2006) und die komplexe Verschaltung der Hirnnervenkerne im Hirnstammbereich.

 

Ein zentraler Begriff in der Neuraltherapie nach Hunecke ist das Störfeld. Ein Störfeld ist ein chronischer Reizzustand einer bestimmten Struktur des Organismus, der Krankheiten in anderen Bereichen des Körpers auslöst oder unterhält. Dabei gilt:

  • Jede chronische Erkrankung kann störfeldbedingt sein.
  • Jede Stelle des Körpers kann zu einem Störfeld werden.
  • Jede Störfelderkrankung ist nur durch Ausschaltung des Störfeldes heilbar.

Häufige Störfelder sind die Mandeln, die Nasennebenhöhlen, die Zähne, die Schilddrüse, der gynäkologische Bereich und Narben. Durch gezieltes Befragen und Untersuchung wird versucht, das Störfeld zu finden und durch Injektion eines Lokalanästhetikums die Störwirkung zu unterbrechen. Dabei wird die Fehlengrammierung des Sympathikus beseitigt.

Beweisend für das Auffinden des Störfeldes ist das „Sekundenphänomen nach Huneke“: Wenn nach Injektion des Lokalanästhetikums die Beschwerden innerhalb von Sekunden für mindestens 20 Stunden gebessert sind, und dieses Phänomen reproduzierbar ist, ist das Störfeld als Quelle der Erkrankung gefunden.

Indikationen:

  • orthopädische/chirurgische Krankheiten Erkrankungen der Gelenke, der Muskulatur, der Sehnen und Bänder
  • Wirbelsäulenerkrankungen (Bandscheibenvorfall, HWS-/BWS-/LWS-Syndrome etc).
  • Allergien Pollinosis (Heuschnupfen), allerg. Asthma bronchiale, allerg. Rhinitis, Neurodermitis etc.
  • akute und chronische Schmerzsyndrome: Schmerzen unterschiedlicher Ätiologie, Neuralgien, sympathisch-unterhaltener Schmerz, Morbus Sudeck (CRPS I), Trigeminusneuralgie, neuropathischer Schmerz etc. neurologische Krankheiten Kopfschmerzen (Migräne etc.), Carpaltunnelsyndrom, Tarsaltunnelsyndrom, Z.n. Apoplex, Trigeminusneuralgie etc.
  • urologische Krankheitsbilder Reizblase, Blasenfunktionsstörungen, chronische Zystitis, chronische Prostatitis, Prostatahyperplasie etc.
  • gynäkologische Krankheiten Wechseljahrbeschwerden, Meno-/Metrorrhagien, Dysmenorrhoe, zyklusabhängige Kopfschmerzen, unspezifischer Fluor vaginalis, Schmerzen im kleinen Becken bei negativen Abklärungsresultaten, rezidivierende Adnexitis und Zystitis, etc.
  • HNO-ärztliche Krankheitsbilder chronische Pharyngitis, rezidivierende Sinusitis, Tinnitus, Schwindel, Morbus Meniere, Neuronitis vestibularis, chronische Tonsillitis etc.
  • internistische Krankheiten Durchblutungsstörungen, peripher-arterielle Verschlusskrankheit, diabetische Gangrän, Morbus Raynaud, Darmfunktionsstörungen, Colon irritabile, funktionelle Dyspepsie, Obstipation, paralytischer Ileus, chronische Diarrhoe, Refluxerkrankungen, rezidivierendes Ulcus ventriculi oder duodeni, Gastritis, akute und chronische Hepatitis, Gallenkolik, „Postcholezystektomie-Syndrom“, akute und chronische rezidivierende Pankreatitis,
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Herzerkrankungen Angina pectoris, paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie etc.
  • Autoimmunkrankheiten Störfeldtherapie bei Rheuma
  • psychovegetative Krankheitsbilder vegetative Labilität, depressive Stimmungslage, Konzentrationsschwäche.

Für weitere Informationen siehe: www.ignh.de neuraltherapie-wiki.de www.neuraltherapie-blog.de